Aufgeschlossen: Regionalmuseen II
15:00 bis 17:00 Uhr
Aufgeschlossen Regionalmuseen II:
Performativität in Museen
Moderation: Oliver Schmidt, Beirat für Museumsorganisationen und -initiativen, und Leiter des Sauerland-Museums des Hochsauerlandkreises
Hinter diesem geheimnisvoll anmutenden Titel steckt die einfache Beobachtung, dass performative Aspekte, beispielsweise in der Vermittlung, im essenziellen Sinne der „Aufführung“ durchaus dazu geeignet sind, um andere und insbesondere jüngere Zielgruppen in Ausstellungen oder zu Veranstaltungen zu locken. Bei solchen Überlegungen handelt es sich sowohl um zielgruppenorientierte Ansätze als auch um die Absicht, mit teils ungewohnten Formaten neue Perspektiven auf Artefakte, Sammlungen oder Ausstellungen zu gewinnen.
Drei Beispiele aus der Praxis nehmen wir zum Anlass, gemeinsam darüber nachzudenken, ob und wie theatralische Inszenierungen, poetische Vorträge oder „grumpy guides“ den Ausstellungsbetrieb und die Museumsprogramme bereichern.
Informationen zu den Inputs
Mit allen Sinnen Geschichte lernen – Dank einer didaktischen Sammlung
Susanne Gesser, Kuratorin am Historischen Museum Frankfurt, stellv. Direktorin und Leitung des Jungen Museums
Die historischen Spielräume des Jungen Museums sind ausgestattet mit Alltagsgegenständen um 1900 bis in die 1950er Jahre einer eigens angelegten didaktischen Sammlung. Die Urgroßeltern-Küche, der sogenannte Kolonialwarenladen oder die mit Kräutern, Tees und Gewürzen voll ausgestattete historische Drogerie sowie eine Hochdruckerei und ein Schulraum. Sie bieten ein räumliches Erlebnis, das bei Besucher*innen sowohl das Erinnern mit allen Sinnen anregt als auch aktive und handlungsorientierte Auseinandersetzung sowie multisensorisches Erleben im Museum mit Kindern und Familien ermöglicht. Im Kurzvortrag werden unterschiedliche Formate und Workshops in den historischen Spielräumen vorgestellt.
Wege der Vermittlung - Zwischen Performation und Partizipation
Dr. Ulrike Schowe, Stellv. Museumsleitung Sauerland-Museum, Leitung Museumslandschaft des Hochsauerlandkreises
Dauerausstellungen stagnieren in Museen oftmals viele Jahre. Wer die Ausstellung als Besucher bereits gesehen hat, findet aus sich heraus selten Anreize für weitere Besuche. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, eine Ausstellung durch performative und partizipative Vermittlungsformate lebendig zu halten und den Gästen auch beim zweiten und dritten Besuch neue Zugänge zu verschaffen. In diesem Vortrag werden Beispiele dafür gegeben, wie eine Ausstellung durch erlebnisorientierte Vermittlungsformate immer wieder zu einer neuen Erfahrung wird und warum dieser Zugang gerade für Regionalmuseen eine große Bedeutung hat.
Die Ausstellung als Bühne - Theaterführungen im Historischen Museum Bielefeld
Friederike Meißner, Historisches Museum Bielefeld
Theaterführungen werden seit 2018 im Historischen Museum Bielefeld mit großem Erfolg angeboten. Sie bieten den Besuchenden die Möglichkeit, emotional in die dargestellte Zeit einzutauchen und einen lebendigen Blick in die Geschichte zu werfen. Insbesondere für Schulklassen sind die Theaterführungen ein erfolgreiches Vermittlungskonzept, um einen aktiven und in Erinnerung bleibenden Museumsbesuch zu erleben und darüber hinaus historisch fundiertes Wissen über die Lebensumstände von Menschen in verschiedenen Epochen der Bielefelder Geschichte zu erwerben. Der Vortrag bietet einen Überblick über die konzeptionelle Erarbeitung der Führungen, Erfahrungen der praktischen Durchführung und der weiteren Entwicklung des Konzeptes.


