Tisa von der Schulenburg (1903–2001) erfasst über ihre Zeichnungen das, was Empathie ausmacht: die Fähigkeit, sich unvoreingenommen in die Perspektive des Gegenübers hineinzuversetzen. Es geht dabei nicht um bloßes „Mitfühlen“, sondern darum, Gefühlszustände anderer zu erkennen, ohne sie mit den eigenen zu verwechseln. Im Mittelpunkt des Werkes Tisa von der Schulenburgs stehen körperlich und seelisch gezeichnete Menschen in sozial herausfordernden Kontexten. Sie zeigt Menschen so, wie sie selbst Zeit ihres Lebens agierte: nicht als Opfer, sondern als handlungsfähige Akteure. Die Sonderausstellung schafft einen Kontext, indem sie die Werke, Fotos und Audios von Tisa von der Schulenburg szenografisch so im Raum anordnet, dass die Besuchenden Zusammenhänge verstehen und emotionale Bezüge herstellen können. Sie will nicht nur informieren, sondern auch gezielt Empathie fördern, indem sie Lebenswelten, Erfahrungen oder Schicksale nachvollziehbar macht.