Aufgeschlossen: Regionalmuseen I
Revitalisierung von Dauerausstellungen
Moderation: Oliver Schmidt, Beirat für Museumsorganisationen und -initiativen, und Leiter des Sauerland-Museums des Hochsauerlandkreises
Wie halte ich meine Dauerausstellung attraktiv? Wie kann eine zeitgemäße Neukonzeption einer Dauerausstellung aussehen? Und wie kann ich dauerhaft ein Interesse an der Dauerausstellung erhalten und im Gespräch bleiben? Zu solchen Fragen möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen, um im kollegialen Austausch aus der Praxis zu berichten, wie wir bei knapper werdenden Ressourcen mit neuen Ideen und wie immer kreativen Ansätzen aus dem, was wir haben, noch mehr machen können. Die Referent:innen geben dazu Beispiele und eröffnen mit Impulsen die Diskussion.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Aufgeschlossen: Regionalmuseen. Der zweite Termin findet am 25. Juni von 15:00 – 17:00 Uhr statt. Unter dem Titel Performativität im Museum werden wir weiter in Austausch treten.
Informationen zu den Inputs
Alles auf Anfang - aus der Region, für die Region!
Corinna Endlich, Museumsleitung LVR-Niederrheinmuseum Wesel
Das Museum stand vor der Aufgabe, sich inhaltlich neu auszurichten – vom Preußen- zum Niederrheinmuseum. Der Transformationsprozess sollte überzeugen und aktiv gelebt / gestaltet werden. Ziel war es, Stadtgesellschaft und Kooperationspartner aktiv in das Vorhaben einzubeziehen, Wünsche und Anregungen zu berücksichtigen, um ein hohes Maß an Akzeptanz, Identifikation und Inklusion zu erlangen.
Das Regionalmuseum wurde nun vollständig erneuert, als modernes, partizipatives Familienmuseum im ländlich geprägten Raum. Das Thema der Neukonzeption „Leben mit dem Wasser“ und die Sonderausstellungen werden mit der Gesellschaft, Vereinen, caritativen Verbänden, Schulen & Bildungsträgern gemeinsam entwickelt. Wir sind konsequent in unserem Tun & arbeiten mit einer klaren Haltung intern (alle Kompetenzen arbeiten gleichwertig an den Projekten) wie nach außen (Teilhabe von der Planung bis zur Umsetzung).
Was lange währt, wird endlich gut!? Die Dauerausstellung als Dauerbaustelle
Rüdiger Specht,
Leitung Stadtmuseum Radolfzell
2006 öffnete das Stadtmuseum Radolfzell in der alten Stadtapotheke erstmals seine Türen. 2010, 2015 und 2017 wurden einzelne Räume neu eingerichtet. Eine grundlegende Neugestaltung der Dauerausstellung wurde bereits 2018/19 konzipiert, das Vorhaben wurde allerdings nicht realisiert. Im Rahmen des Stadtjubiläums 2026 wurde nun ein wesentlicher Bereich der Dauerausstellung neu konzipiert und umgestaltet. Der Vortrag stellt die unterschiedlichen Ansätze, konzeptionelle Überlegungen zum jüngst neu eröffneten Bereich und Erfahrungen aus der Umsetzung vor.
Dauerausstellungs-Strategien der Museen Burg Altena
Stephan Sensen, Leiter der Museen des Märkischen Kreises
Die Fläche des Wechsel-ausstellungsraums der Museen Burg Altena beträgt lediglich 120 qm. Um so wichtiger ist es, die 1.800 qm große Dauerausstellungsfläche für das Publikum nachhaltig attraktiv zu bespielen, da sie –neben der seit 2007 als Denkmal von nationaler kultureller Bedeutung eingestuften Burgarchitektur als Exponat Nr. 1 – der hauptsächliche Grund für einen Besuch des Museums der Grafschaft Mark und des Museums Weltjugendherberge ist. Der Vortrag thematisiert, welche musealen Strategien diesbezüglich beim ältesten regionalgeschichtlichen Museum Westfalens verfolgt wurden und wie die Dauerausstellung durch museumspädagogische Programme, Kulturevents mit überregionaler Ausstrahlung, eine deutlich verbesserte Erreichbarkeit und eine professionalisierte kulturtouristische Vermarktung flankiert wird.


