Aufgeschlossen: Regionalmuseen II

25. Juni 2026

15:00 bis 17:00 Uhr

online, via Zoom
Junges Museum Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling
Junges Museum Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Aufgeschlossen Regionalmuseen II:
Performativität in Museen

Moderation: Oliver Schmidt, Beirat für Museumsorganisationen und -initiativen, und Leiter des Sauerland-Museums des Hochsauerlandkreises

Hinter diesem geheimnisvoll anmutenden Titel steckt die einfache Beobachtung, dass performative Aspekte, beispielsweise in der Vermittlung, im essenziellen Sinne der „Aufführung“ durchaus dazu geeignet sind, um andere und insbesondere jüngere Zielgruppen in Ausstellungen oder zu Veranstaltungen zu locken. Bei solchen Überlegungen handelt es sich sowohl um zielgruppenorientierte Ansätze als auch um die Absicht, mit teils ungewohnten Formaten neue Perspektiven auf Artefakte, Sammlungen oder Ausstellungen zu gewinnen.

Drei Beispiele aus der Praxis nehmen wir zum Anlass, gemeinsam darüber nachzudenken, ob und wie theatralische Inszenierungen, poetische Vorträge oder „grumpy guides“ den Ausstellungsbetrieb und die Museumsprogramme bereichern.

Informationen zu den Inputs

Junges Museum Frankfurt, Foto: Stefanie Kösling

Susanne Gesser, Kuratorin am Historischen Museum Frankfurt, stellv. Direktorin und Leitung des Jungen Museums

Die historischen Spielräume des Jungen Museums sind ausgestattet mit Alltagsgegenständen um 1900 bis in die 1950er Jahre einer eigens angelegten didaktischen Sammlung. Die Urgroßeltern-Küche, der sogenannte Kolonialwarenladen oder die mit Kräutern, Tees und Gewürzen voll ausgestattete historische Drogerie sowie eine Hochdruckerei und ein Schulraum. Sie bieten ein räumliches Erlebnis, das bei Besucher*innen sowohl das Erinnern mit allen Sinnen anregt als auch aktive und handlungsorientierte Auseinandersetzung sowie multisensorisches Erleben im Museum mit Kindern und Familien ermöglicht. Im Kurzvortrag werden unterschiedliche Formate und Workshops in den historischen Spielräumen vorgestellt.

Sauerland-Museum, Hochsauerlandkreis

Dr. Ulrike Schowe, Stellv. Museumsleitung Sauerland-Museum, Leitung Museumslandschaft des Hochsauerlandkreises

Dauerausstellungen stagnieren in Museen oftmals viele Jahre. Wer die Ausstellung als Besucher bereits gesehen hat, findet aus sich heraus selten Anreize für weitere Besuche. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, eine Ausstellung durch performative und partizipative Vermittlungsformate lebendig zu halten und den Gästen auch beim zweiten und dritten Besuch neue Zugänge zu verschaffen. In diesem Vortrag werden Beispiele dafür gegeben, wie eine Ausstellung durch erlebnisorientierte Vermittlungsformate immer wieder zu einer neuen Erfahrung wird und warum dieser Zugang gerade für Regionalmuseen eine große Bedeutung hat.

Friederike Meißner, Historisches Museum Bielefeld

Theaterführungen werden seit 2018 im Historischen Museum Bielefeld mit großem Erfolg angeboten. Sie bieten den Besuchenden die Möglichkeit, emotional in die dargestellte Zeit einzutauchen und einen lebendigen Blick in die Geschichte zu werfen. Insbesondere für Schulklassen sind die Theaterführungen ein erfolgreiches Vermittlungskonzept, um einen aktiven und in Erinnerung bleibenden Museumsbesuch zu erleben und darüber hinaus historisch fundiertes Wissen über die Lebensumstände von Menschen in verschiedenen Epochen der Bielefelder Geschichte zu erwerben. Der Vortrag bietet einen Überblick über die konzeptionelle Erarbeitung der Führungen, Erfahrungen der praktischen Durchführung und der weiteren Entwicklung des Konzeptes.