Das Museum als Ort der Vielfalt –
Migration als Querschnittsthema

15. Juli 2026

15:00 bis 17:00 Uhr

online, via Zoom
Dauerausstellung, Oberschlesisches Landesmuseum, Ratingen © SHOS | OSLM, Monika Nonnenmacher
Dauerausstellung, Oberschlesisches Landesmuseum, Ratingen © SHOS | OSLM, Monika Nonnenmacher

Das Museum als Ort der Vielfalt –
Migration als Querschnittsthema

Migration ist kein Thema für eine Sonderschau, sondern ein Querschnittsthema, das alle Bereiche der Museumspraxis berührt – von der Sammlungsstrategie über die Ausstellungsplanung bis zur Besuchervermittlung. Der Leitfaden des Deutschen Museumsbunds „Museen in der Migrationsgesellschaft“ liefert hierfür klare Handlungsanleitungen: Wie können Museen marginalisierte Perspektiven sichtbar machen? Wie gelingt antirassistische Praxis im Museum? Und wie werden Communitys aktiv einbezogen?

Die Veranstaltung richtet sich an alle Museumsmitarbeitenden (Leitung, Volontierende, Kurator:innen, Vermittlung, Sammlung) und bietet konkrete Anregungen für die Umsetzung des Leitfadens in der eigenen Arbeit – von der Sammlungsstrategie bis zur Ausstellungsplanung. Mit Raum für fachlichen Austausch und individuelle Fragen.

Mit Inputs von:

  • Dr. Sara-Marie Demiriz, wissenschaftliche Referentin & stellv. Leitung LVR-Industriemuseum
    Zinkfabrik Altenberg und Dietmar Osses, stellv. Museumsdirektor & Leiter Ausstellungen, Ruhr Museum
  • Dr. David Skrabania, Direktor, Oberschlesisches Landesmuseum
  • Lina Falivena, wissenschaftliche Mitarbeit Inhalt und Kuration, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) / Museum Selma

Informationen zu den Inputs

Vorstellung des neuen DMB Leitfadens „Museen in der Migrationsgesellschaft“ von
Dr. Sara-Marie Demiriz, wissenschaftliche Referentin & stellv. Leitung LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg und Dietmar Osses, stellv. Museumsdirektor & Leiter Ausstellungen, Ruhr Museum

Migration und Diversität prägen unser gesellschaftliches Zusammenleben und damit auch die Museen als Teil dieser Gesellschaft. Der neue Leitfaden „Museen in der Migrationsgesellschaft“ versteht sich als praxisnahe und impulsgebende Orientierung, um das Museum weiter zu öffnen, Teilhabe und Vielfalt zu fördern und Macht zu teilen. Der Beitrag gibt einen ersten Einblick in den neuen Leitfaden und ergründet, was er will, was er kann, zeigt Chancen und auch Grenzen auf. Dabei werden auch Herausforderungen und Spannungsfelder in den Fokus genommen. Ferner wird auf die Entstehung und die Entwicklung des Leitfadens zurückgeblickt. Entsprechend der vier Hauptkapitel des Leitfadens werden Offenheit und Zugänglichkeit, antirassistische Praxis, Partizipation und Multiperspektivität als zentrale Strategien für eine demokratische und zukunftsfähige Museumsarbeit vorgestellt.

Oberschlesien als Raum der Migration – Perspektiven einer neuen Dauerausstellung von Dr. David Skrabania

Oberschlesien gehört zu den europäischen Regionen, deren Geschichte seit Jahrhunderten von Mobilität, Mehrsprachigkeit und kulturellen Verflechtungen geprägt ist. Migration war hier nie Ausnahme, sondern Normalität – von mittelalterlichen Siedlungsbewegungen über Industrialisierung und Arbeitsmigration bis hin zu Krieg, Vertreibung und Aussiedlung im 20. Jahrhundert. Der Kurzvortrag skizziert zentrale Stationen dieser Migrationsgeschichte und zeigt, wie das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen diese Erfahrungen in seiner neuen Dauerausstellung aufgreifen möchte. Migration wird dabei als epochenübergreifendes Querschnittsthema verstanden, das Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Erinnerung und gesellschaftlichem Wandel miteinander verbindet. Das Museum versteht sich als Ort historisch-politischer Bildung und des Dialogs über regionale Geschichte in europäischer Perspektive.

© WFB/ Jonas Ginter

Input von Lina Falivena, wissenschaftliche Mitarbeit Inhalt und Kuration, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD) / Museum Selma 

Wie kann ein Museum, das Migration normalisieren will, Migration thematisieren? Durch die Initiative einer migrantischen Selbstorganisation entstand seit den 1990er Jahren eine Sammlung gemeinsamer Geschichten, selbsterzählt von unten – das DOMiD. Der Vortrag zeigt, wie sich aus dessen Entwicklung und Arbeitsweise ein Narrativ entwickeln lässt, das im Museum Selma migrantische Geschichten in deutsche Geschichte einzuschreiben versucht, ohne sie als gesonderte „Migrationsgeschichte“ festzuschreiben.