IMPULS NRW 2026

20. und 21. April 2026

10:00 – 13:00 Uhr

online

Verwalten, Vermitteln, Verändern Was macht das Museum zu einem guten Arbeitsort?

Vielfältige Herausforderungen prägen die heutige Museumslandschaft: Aufgaben kommen hinzu oder wandeln sich, während gesellschaftliche Bilder und politische Strukturen maßgeblich beeinflussen, was und wie Museen zeigen und vermitteln. Doch was bedeutet all dies für die Menschen, die tagtäglich im Museum arbeiten? Der diesjährige IMPULS NRW widmet sich genau dieser Frage und rückt das Museum als Arbeitsort in den Fokus. Wir beleuchten die Potenziale und Herausforderungen der Museumsarbeit in diesem Spannungsfeld und fragen: Was macht das Museum zu einem guten Arbeitsort? Mit Inputs und Gelegenheiten zum Austausch wollen wir ein offenes Gespräch über die Arbeitswelt im Museum initiieren und freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Perspektiven. 

Die Teilnahme ist kostenfrei!

Programm

Montag, 20. April 2026

10:00 Uhr | Begrüßung und erste Beiträge 

1. Input: Wie werden Museen attraktive Arbeitgeber?
Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt, KULTUREXPERTEN GmbH

2. Input: Vorstellung der Studie „Frauen und Männer im Kulturmarkt: Bericht zur wirtschaftlichen
und sozialen Lage“
Gabriele Schulz, Deutscher Kulturrat

11:50 Uhr | Foren in Breakouts

Forum 1: „Was Ehrenamtliche wollen“ – Bedürfnisorientierte Wege zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher in (kleinen) Museen
Carolin Krämer, LWL-Museum Glashütte Gernheim

Forum 2: Arbeitsort Museum: Immer mehr Aufgaben und Erwartungen – ist das noch leistbar?
Dr. Jens Bortloff, TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim

+ Blitzlicht aus den Breakout-Rooms

13:00 Uhr | Abschluss des ersten Tages

Dienstag, 21. April 2026

10:00 Uhr | Begrüßung und erste Beiträge

3. Input: Teamdynamiken im Wandel: Psychologische Sicherheit und Fehlerkultur im Museum Christiane Wanken, 

4. Input: Ich sehe was, was du nicht siehst. Diversität, Care und Verantwortung im Arbeitsort Museum
Sandra Vacca

11:50 Uhr | Foren in Breakouts

Forum 3: Museum von Morgen – Welche Chancen braucht der Museumsnachwuchs?
Sophie Totz, Volo-Sprecherin

Forum 4: Das Team bin ich allein!?Arbeiten in kleinen Museen zwischen Anspruch und Einschränkungen
Fabian Schröder, Frenkelhaus, Lemgo

+ Blitzlicht aus den Breakout-Rooms

13:00 Uhr | Abschluss des zweiten Tages

Informationen zu den Vorträgen

Montag, 20. April 2026

Foto: Schuchrat Kurbanov

Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt

Geschäftsführender Gesellschafter der KULTUREXPERTEN GmbH und Professor für Kulturpolitik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt (*1958) ist Jurist, Kulturpolitiker und Kulturmanager. Er war von 1993 bis 2009 Kultur- und Bildungsdezernent der Stadt Essen. Von 2007 bis 2011 war er Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH und hat dabei maßgeblich an der Gründung der RuhrKunstMuseen mitgewirkt. Seit 2011 ist er geschäftsführender Gesellschafter der KULTUREXPERTEN GmbH und seit 2007 Professor für Kulturpolitik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zu seinen letzten Veröffentlichungen als Autor zahlreicher Publikationen zu Kulturpolitik und Kulturmanagement gehört das Buch „Personal in Kunst und Kultur“ (transcript Verlag 2024).

Foto: Jule Roehr/Deutscher Kulturrat

Gabriele Schulz

Stellvertretende Geschäftsführerin, Deutscher Kulturrat 

Der Deutsche Kulturrat e.V. analysiert in unregelmäßigen Abständen kulturpolitische Themen aus wissenschaftlicher Perspektive. So entstanden in den letzten Jahren mehrere Studien zur Geschlechtergerechtigkeit im Arbeitsmarkt Kultur. Welche Rolle spielt der Gender-Pay-Gap? Wie steht es um die geschlechtsspezifische Segregation der Berufe im Arbeitsmarkt Kultur? Und was braucht es für eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf? In ihrem Vortrag fasst Frau Schulz die Ergebnisse der aktuellen Studien zusammen und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit im Museum. 

Dr. Carolin Krämer

Wiss. Referentin für Bildung und Vermittlung / Öffentlichkeitsarbeit, Stellvertretende Museumsleiterin, LWL-Museum Glashütte Gernheim

„Keiner hat mehr Lust, Verantwortung zu übernehmen. Die jungen Leute wollen ja nur noch in Projekten arbeiten. Auf Geschichte hat eh keiner mehr Bock. Wir kriegen die nur noch über digitale Angebote – hängen ja alle nur am Smartphone…“

Solch häufig gehörte Zuschreibungen bilden sicher nur einen Teil der Wahrheit ab und zeugen sowohl von der Frustration vieler derzeitiger Verantwortlicher als zuweilen auch von einem gegenseitigen Missverstehen aktueller und potenzieller Ehrenamtlicher. Im Forum wird es darum gehen, Motivationen und Ziele Ehrenamtlicher erst einmal wertungsfrei in den Blick zu nehmen um daraus Bedürfnisse und Erfolgsfaktoren für eine zukünftige Zusammenarbeit und die Gewinnung neuer Mitarbeitender zu finden.

Foto: Klaus Luginsland

Dr. Jens Bortloff

Kaufmännischer Direktor, TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim

Das Museum ist, so der Referent, dann ein guter Arbeitsort, wenn dessen wichtigste Ressource, das Personal, zufrieden und hochmotiviert seiner Arbeit nachgehen kann. Aber kann es das noch? Zwar war und ist die Grundstruktur der Museumsarbeit immer gleich, jedoch sind Wandel und die Reaktion auf die jeweiligen Herausforderungen der Zeit auch Ausweis der Güte eines Museums. Können die Museen aber mit dem zunehmend schnelllebigen Aufgabenzuwachs noch mithalten? Sollten Sie das eigentlich? Wie könnten Reaktionen sein? Was wäre für die Stärkung der Leistungsfähigkeit der Museen erforderlich? Der Referent stellt sich diese Fragen und versucht, darauf Antworten für eine weitere Diskussion zu finden.

Dienstag, 21. April 2026

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Foto: Lea Franke

Christiane Wanken

unterstützt Kulturorganisationen dabei, komplexe Transformationsprozesse zu meistern, damit sie diversitätssensibel arbeiten und nachhaltige Wirkung erzielen.

Der Vortrag beleuchtet gesunde Teamdynamiken in Museen im Spannungsfeld von Fehler- und Feedbackkultur. Im Zentrum steht das Konzept der psychologischen Sicherheit als Voraussetzung für Lernprozesse, Zusammenarbeit und Innovation. Vor dem Hintergrund aktueller Transformationsanforderungen wird diskutiert, wie psychologische Sicherheit auch unter Bedingungen agiler Arbeitsansätze, institutioneller Routinen und administrativer Rahmenbedingungen im musealen Alltag wirksam gestaltet werden kann.

Sandra Vacca

Museumsarbeit ist oft von Überzeugung und Leidenschaft geprägt – doch welche Aufgaben, Erwartungen und Belastungen bleiben unsichtbar? Im Zentrum steht, wie Fürsorge und Verantwortung strukturell verankert werden können. Verhandelt werden u. a. die emotionale Dimension der Museumsarbeit sowie implizite Anforderungen an diverse Teams – und welche institutionellen Bedingungen einen nachhaltigen und unterstützenden Arbeitsort schaffen.

Sophie Totz

Wissenschaftliche Volontärin, TMD – Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf und Sprecherin im Arbeitskreis Volontariat

Sie bringen frischen Wind in die Museen und werden ihre Zukunft prägen: Nachwuchskräfte, Volontär:innen und Young Professionals. Wer ins Arbeitsleben startet, hat oft hohe Ziele. Aber wie sehen die beim Museumsnachwuchs von heute eigentlich aus? Und wie geht es den „alten Hasen“ mit den jüngeren Mitarbeitenden?

Dieses Forum richtet sich an alle, die gemeinsam nach vorn schauen wollen. Egal ob Volo, Young Professionals, langjährige Mitarbeiter:in oder Museumsleitung – in einem offenen Gespräch mit interaktiven Elementen wollen wir gemeinsam überlegen, was das Museum zu einem guten Arbeitsort macht.

Fabian Schröder 

Museumsleiter, Gedenkstätte Frenkel-Haus, Lemgo

 

Dieses Forum richtet sich an Mitarbeitende sehr kleiner Museen, die ehrenamtlich oder mit wenigen hauptamtlichen Stellen und begrenztem Fachpersonal arbeiten. Neben den klassischen Museumsaufgaben – Sammeln, Bewahren, Forschen, Vermitteln und Ausstellen – gibt es viele weitere Anforderungen wie Zugänglichkeit, Kommunikation und Partizipation u.v.m. (ICOM). Gemeinsam diskutieren wir, wie kleine Teams Prioritäten setzen, Aufgaben reduzieren, Zeit einsparen und Netzwerke strategisch nutzen können.

Tanja Aminata Bah

Im Museum arbeiten eine ganze Menge Menschen mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen, Diversitäten und Hierarchien. Der schnelle Alltag aus Prozessen, enge Deadlines und schwierige Inhalte bringen da manchmal die Emotionen zum Kochen und Verletzungen passieren.

In diesem Forum wollen wir uns über unsere alltägliche interne, aber vor allem diversitätssensible Kommunikation im Kulturbetrieb austauschen und diese reflektieren. Neben Beispielen aus meiner Arbeit entsteht so ein Raum, um Ihre individuellen Erfahrungen mit Macht, Diskriminierung und unterschiedlichem Erleben von Gesellschaft zu teilen.

Content Note:
Im Rahmen des Forums wird es Gesprächsregeln geben. Wir wollen keine Diskriminierung reproduzieren und aufeinander achten. Das Forum kann dennoch kein absoluter „Safe Space“ sein. Das Forum kann jederzeit kommentarlos verlassen werden.