Volo Camp 2026
Das Volo-Camp NRW geht in die dritte Runde! Am 01. und 02. Juni 2026 treffen sich Volontär:innen aus ganz Nordrhein-Westfalen in der Akademie der kulturellen Bildung in Remscheid, um gemeinsam zu lernen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Workshops zur Vertiefung zentraler Themen der Museumsarbeit, um somit auch die Vielfältigkeit der Arbeitsfelder eines Volontariats im Museum besser kennenzulernen. Gleichzeitig bieten die zwei Tage Raum für Gespräche mit Kolleg:innen aus anderen Häusern, für den Blick über den eigenen Arbeitsalltag hinaus und für den Aufbau eines Netzwerks innerhalb der heranwachsenden Museumslandschaft.
Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Da die Teilnehmendenzahl begrenzt ist, lohnt es sich, schnell zu sein! Die Teilnahme am Volo-Camp ist kostenlos und umfasst sowohl Verpflegung als auch eine Übernachtung in der Akademie der kulturellen Bildung.
Achtung! Teilnehmen können nur Volotär:innen, die persönliches Mitglied im Museumsverband sind, oder deren Museum institutionelles Mitglied ist!
Das Programm
Das Programm besteht aus mehreren Workshops, aus denen die Teilnehmenden pro Tag einen Workshop auswählen können. So nimmt jede Person während des Volo-Camps an zwei Workshops teil. Die Auswahl der Workshops muss bei der Anmeldung angegeben werden.
Im Folgenden findet sich eine Übersicht aller Workshops des Volo-Camps:
01. Juni 2026
Let’s go: Der Weg zur Ausstellung
Ausstellungsarbeit ist Teamarbeit. Um eine Ausstellung erfolgreich zu realisieren, bedarf es unterschiedlichster Kompetenzen und Gewerke. Nicht alle arbeiten zeitgleich am Projekt. Mitunter liegen Jahre zwischen der ersten Idee und dem Eröffnungsabend. Was ist für die Planungs- und Umsetzungsphase einer Ausstellung zu beachten? Wo sollte man Meilensteine setzen? Wie lassen sich Ausstellungen nachhaltig realisieren? Gemeinsam schauen wir hinter die Kulissen des Ausstellungsgeschäfts und rollen den Zeitplan aus.
Anne-Sophie Rüther
Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, Wissenschaftliche Referentin des Präsidenten
Anne-Sophie Rüther (*1988) studierte Geschichte und Kunstgeschichte in Düsseldorf und Bonn. Nach einem Traineeship im Bereich Projektmanagement beim F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformation GmbH in Frankfurt war sie von 2016 bis 2020 Ausstellungskoordinatorin bei der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Seit 2020 ist sie wissenschaftliche Referentin des Präsidiums bei der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen.
Outreach, Community Work und traumasensible Arbeit im Museum
Der Workshop bietet einen grundlegenden Einstieg in die partizipative und multiperspektivische Museumsarbeit und gibt eine erste Orientierung für diese Bereiche. Dabei werden sowohl theoretische Grundlagen vermittelt als auch Beispiele aus der Praxis präsentiert. In Gruppenphasen finden die erarbeiteten Inhalte direkt Anwendung. Sie sollen den gemeinsamen Austausch anregen und in Reflexion führen.
Trotz bestehender Herausforderungen möchte der Workshop vor allem Mut zum partizipativen Arbeiten machen. Er fokussiert Chancen und Möglichkeiten von Outreach, Community Work und traumasensibler Arbeit im Museum.
Dr. Sara-Marie Demiriz
LVR-Industriemuseum, Zinkfabrik Altenberg, Oberhausen
Ausstellungen räumlich gestalten - Praxisworkshop
Die Gestaltung von Ausstellungen ist eng verknüpft mit dem inhaltlichen Thema, dem vorhandenen Raum und den Ressourcen. Praxisbeispiele stellen unterschiedliche Gestaltungsansätze vor und vermitteln den Prozess der inhaltlichen Abstimmung zwischen Gestalter*innen und Kurator*innen.
Thematisiert werden die aufeinander aufbauenden Schritte der Gestaltung von der ersten Konzeptidee zur Planung bis zur Umsetzung mit besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit und kleine Budgets.
In Gruppenarbeit werden eigene Gestaltungsideen an Hand von Modellen entwickelt und gemeinsam besprochen. Zudem forschen wir zu dem Thema, wie können Ausstellungen zu Orten der Begegnung und des Austauschs werden.
Claudia Hoffmann
Claudia Hoffmann (*1966) studierte Architektur an der RWTH Aachen und an der Bartlett School of Architecture in London. Nach zweijähriger Mitarbeit im Architekturbüro Kister, Scheithauer, Gross spezialisierte sie sich in dem Bereich der Ausstellungsgestaltung. Ihr erstes Projekt als Ausstellungsarchitektin realisierte sie in Hamburg bei Studio Andreas Heller.
Fünfzehn Jahre konzipierte und gestaltete sie in Köln für mvprojekte (vormals casino container) Ausstellungen im Bereich Kunst, Design und Architektur. Ihre Arbeit umfasst Wechselausstellungen und Sammlungseinrichtungen für Museumsbesucher in unterschiedlichen Häusern deutschlandweit und international u.a. Neue Nationalgalerie Berlin, Hamburger Bahnhof Berlin, Museum für Moderne Kunst Frankfurt, Stiftung Bauhaus Dessau, Wexner Center for the Arts, Columbus Ohio.
Seit Anfang 2015 arbeitet sie im eigenen Büro Claudia Hoffmann Ausstellungsgestaltung in Köln.
02. Juni 2026
Basics, Trends und Potenziale der Bildung und Vermittlung im Museum
Im Workshop verständigen wir uns über die aktuellen Qualitätsstandards und Trends in der Bildung und Vermittlung: Ziele und Zielgruppen bzw. Besuchsanlässe, Bildungsmodelle, Ausstellungsdidaktik,
Vermittlungs-Formate und Methoden sowie Partner*innen und Netzwerke.
Im zweiten Teil können die Teilnehmenden in einer Übung zu Gamification in Kleingruppenarbeit erproben, wie sie sich als Vermittler*innen aktiv in die Ausstellungsdidaktik einbringen können, um zielgruppengerecht und Format-relevant gestalten zu können.
Der Workshop setzt neben Input vor allem auf die aktive gemeinsame Zusammenarbeit. Eigene Erfahrungen werden im Arbeitsfeld Bildung und Vermittlung verortet, aktuelle Qualitätsstandards diskutiert und Potenziale für die eigene berufliche Weiterentwicklung entdeckt.
Anja Hoffmann
Teamleitung Didaktik und Vermittlung in der DASA Arbeitswelt Ausstellung Dortmund, Sprecherin im Arbeitskreis Bildung und Vermittlung im Deutschen Museumsbund, Beirätin im Bundesverband Museumspädagogik und Dozentin für den Masterstudiengang Museumspädagogik an der HTWK Leipzig.
Sammlungen schützen – Grundlagen der präventiven Konservierung
Wie lassen sich Kunst- und Kulturgut langfristig bewahren, ohne direkt am Objekt eingreifen zu müssen? Präventive Konservierung zielt darauf ab, schädigende Einflüsse frühzeitig zu erkennen und geeignete Rahmenbedingungen für die Einhaltung von Sammlungsgut zu entwickeln. Sie ist eine zentrale Aufgabe der Museumsarbeit.
Der Workshop vermittelt grundlegende Aspekte der Schadensprophylaxe in Ausstellungen und Depot, etwa zu Klima, Licht, Schadstoffen und Schädlingen sowie zu geeigneten Materialien für Lagerung und Präsentation. Neben kurzem Theorieinputs stehen Austausch und praxisorientierte Übungen im Mittelpunkt, in denen typische Risiken aus dem Museumsalltag analysiert und mögliche Schutzmaßnahmen gemeinsam erarbeitet werden.
Lisa Burkart
Lisa Burkart ist Restauratorin für Objekte aus Holz und Werkstoffen der Moderne und seit 2024 freiberuflich tätig. Sie arbeitet für öffentliche Institutionen sowie private Auftraggeber und war zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin am Cologne Institute of Conservation Sciences der Technischen Hochschule Köln, unter anderem im Projekt „Kunststoffe – ein moderner Werkstoff im kulturhistorischen Kontext“.
Nach ihrem Studium absolvierte sie ein Volontariat am Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Ihren Abschluss in der Konservierung und Restaurierung von Objekten aus Holz und Werkstoffen der Moderne erlangte sie 2016 an der Technischen Hochschule Köln.
Sicher handeln - Haltung zeigen. Museumsarbeit in demokratiefeindlichen Zeiten
Angesichts eines Erstarkens der extremen Rechten sowie zunehmender rassistischer und diskriminierender Gewalt stehen auch Museen und Gedenkstätten vor neuen Herausforderungen.
Ziel des Workshops ist es, Mitarbeitenden in diesen herausfordernden Zeiten mehr Handlungssicherheit zu geben. Wie können wir unsere Orte schützen – und wie schützen wir uns selbst als Team?
In diesen Workshop werden wir uns mit diskriminierende und (extrem)rechte Positionen befassen und unsere eigene Haltung reflektieren, um in entsprechenden Situationen sachgerecht und professionell reagieren zu können.
Prediba Arackal und Jenni Farber
Jennifer Farber (Dipl.Gyml.) ist Gedenkstättenpädagogin und Referentin für historisch-politische Bildung u.a. für die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln und Lehrbeauftragte der Universität zu Köln. Derzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Erinnerungskultur
Duisburg.
Prediba Arackal ist historische politische Bildnerin.
Organisatorisches
Der Tagungsort, die Akademie der kulturellen Bildung liegt sehr idyllisch im Bergischen Land. Die sommerliche Atmosphäre mitten in der Natur prägt das Volo-Camp und bietet eine tolle Lernumgebung.
Unterkunft
Die Unterbringung erfolgt in den Gästezimmern der Akademie der kulturellen Bildung. Aufgrund der hohen Teilnehmendenzahl ist ggf. eine Unterbringung in Doppelzimmern möglich. Bei der Anmeldung kann ein*e Wunschpartner*in angegeben werden.
Anreise
Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Mitfahrbörse geben. Der Link dazu wird mit der Anmeldebestätigung versandt.
Die Anreise mit dem ÖPNV erfolgt am besten über den Bahnhof Remscheid-Güldenwerth. Von dort fährt der Bus 654 (Richtung Reinshagen Schleife). Ausstieg: Haltestelle „Schimmelbuschweg“, von dort in die Küppelsteiner Straße (ca. 15 Minuten); alternativ mit dem Bus bis zur Endhaltestelle „Remscheid Reinshagen Schleife“, von dort Waldweg (ca. 15 Minuten).
Hinweis: Der Bahnhof Remscheid-Güldenwerth ist nicht barrierefrei. Bitte beachten Sie, dass die Bahn zwischen Februar und 10. Juli 2026 auf der Strecke Hagen, Wuppertal, Solingen, Köln eine Generalsanierung durchführt. Hier gibt es Informationen zur Anreise in diesem Zeitraum und zum Schienenersatzverkehr.
Open-Call: “Gestalte dein Volo-Camp”
Nach dem Abendessen am ersten Tag, besteht die Möglichkeit, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Wer möchte, kann hier mit einer kleinen Aktion zur Gestaltung beitragen. Wanderung, Sing Along / Karaoke, Bierpong, Strickrunde, Yoga – der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Wer Lust hat, den Abend mitzugestalten, meldet sich direkt bei uns unter info@museumsverband-nrw.de.


